Aroused by Gymnopedies

Aroused by Gymnopedies folgt die Geschichte eines Regisseurs, der einst Erfolge feierte und nun nur noch einem Nischenpublikum für seine tiefgehende Thematisierung von Liebe bekannt ist. Und genau dort setzt der Film als augenzwinkernde Hommage an das Roman Porno Genre der 70er und 80er Jahre an: Shinji, der beruflich die Liebe problematisiert, erregt bei der Frauenwelt, sei es seine Fans, Studentinnen oder die Nachbarin, für einige Aufregung. Die Damen sind seiner Person sozusagen schutzlos ausgeliefert und verfallen ihm und entblößen sich praktisch ohne seinem Zutun, einige kommen sogar ohne Körperkontakt zu ihm zum Höhepunkt.

Was folgt ist eine Reihe von Softcore Sexszenen, die typischerweise größtenteils den weiblichen, jungen Körper als Sujet haben. Spätestens wenn Shinji vor seiner komatösen Frau über die Krankenschwester herfällt, wird die Obszönität und das Plakative dieser Szenen sichtbar und man muss als Zuschauer selber Stellung nehmen, welche Portraitierung von weiblicher Sexualität er im Medium Film für vertretbar hält. Der forcierte männliche Blick und die unverhüllte Auslebung seiner innigsten Lüste wird zum Spiegel der Zielgruppe der zitierten Genrefilme des Roman Pornos und von Medienrezipienten im Allgemeinen. Zum Nachdenken anregen durch explizite Auslebung der männlichen Fantasien ist hier der übergreifende Imperativ.

Sektion: Woche der Kritik

Japan 2016, 83 Min.

Regie: Isao Yukisada

Schauspieler: Itsuji Itao, Sumire Ashina

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