Ambulance

Es sind eindringlich schockierende Bilder von Zerstörung und Leid, die uns Mohamed Jabaly in Ambulance präsentiert. Als im Juni 2014 in Gaza der Krieg entfacht, schaltet er aus einer affektiven Reaktion heraus seine Kamera ein und dokumentiert die Auswirkungen des rund sieben Wochen andauernden Krieges, der auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen wird. „I wanted to be as close as possible…“ erzählt er über das Voice-Over und begründet damit, warum er sich einer Gruppe Sanitäter angeschlossen hat und damit der akuten Gefahr aussetzt. Aus dem Krankenwagen heraus liefert er Bilder von eingestürzten Gebäuden und verletzten Menschen, die mit Aufnahmen der medialen Berichterstattung identisch sind. Ihr Einsatzwagen als neutrale Instanz zwischen den Fronten gibt ihm ein Gefühl von Sicherheit und umgekehrt scheint seine Anwesenheit mit einer Kamera, den Sanitätern Hoffnung zu geben.ambulanceEs ist kein voyeuristischer Blick auf das Geschehen, wie der der Journalisten, die das Krankenhaus belagern und die ankommenden Verwundeten bis in den OP begleiten, um authentische Fotos zu machen. Vielmehr liegt Jabalys Fokus auf Nächstenliebe. Auf Menschen, die alles verloren haben und sich trotzdem gegenseitig helfen und Kraft geben. Einzig und allein die Untermalung mit Musik, die in manchen Szenen eingesetzt wird, hätte der Film nicht gebraucht, da die erschütternden Bilder auch für sich noch lange nachwirken werden. Sie hätten nicht emotional aufgeladen werden müssen, um dem Zuschauer die grausame Realität dieses zerstörerischen Krieges nahezubringen.

30. Filmfest Braunschweig, Sektion: Beyond: War on Everyone
Ambulance, PSE/NOR 2016, 79′
Regie: Mohamed Jabaly
Kamera: Mohamed Jabaly
Schnitt: Nanna Fran Møller
Verleih: Norsk Film Institut

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