All Good Things Come To An End…

Das war’s nun also. Ende. Aus. Christopher Nolan hat seine Batman-Trilogie zum Abschluss gebracht. Und laut eigener Aussage, wird er auch keinen weiteren Teil mehr drehen.  Ein Hintertürchen hat er sich dennoch offen gelassen…aber das ist ein anderes Thema.

Christopher Nolan schafft mit seinem dritten und letzten Teil der Trilogie einen, wie ich finde, würdigen Abschluss: der Film spielt acht Jahre nach seinem Vorgänger “The Dark Knight”. Während dieser Zeit ist Batman in der Versenkung verschwunden und opfert sich als Sündenbock, um die Wahrheit über den allseits beliebten Staatsanwalt Harvey Dent zu vertuschen. Bruce Wayne selbst, so wird schnell klar, ist während dieser Jahre zu einem gebrochenen Mann geworden und hat jeglichen Bezug zum Leben außerhalb seiner vier Wände verloren. Bis Bösewicht Bane auftaucht. Der hat nichts geringeres vor, als Gotham City in Schutt und Asche zu legen. So findet Wayne zu seinem Alter Ego zurück und sagt dem Hünen Bane den Kampf an…nur um ein weiteres Mal gebrochen zu werden.

Mit dem dritten Teil schlägt Nolan an verschiedenen Stellen Brücken zu den zwei Vorgängern. So hat beispielsweise Liam Neeson alias Ra’s Al Ghul, der einigen noch aus dem ersten Teil bekannt sein dürfte, einen kurzen Auftritt. Ebenso wird auch das Ende von Staatsanwalt Harvey Dent kurz angerissen, wiederholt und somit ein Anknüpfungspunkt für den dritten Teil geschaffen. Wer Nolans bisherige Kameraarbeit mochte, wird auch hier auf seine Kosten kommen. Und ein Hoch auf seine Entscheidung, den Film nicht in 3D zu zeigen, sondern ihn ganz (inzwischen schon) “old school” in 2D auf die Leinwand zu bringen. Hans Zimmers Soundtrack ist, wie schon bei “Inception”, bombastisch und bringt ihm vielleicht endlich mal wieder den längst überfälligen Oscar. Der letzte (und einzige) ist nun auch bald 20 Jahre her (1995 für “König der Löwen”).

Man merkt, dass der Fokus im letzten Teil der Trilogie mehr auf Bruce Wayne, denn auf dessen Alter Ego liegt. Vergleichsweise gering sind die Szenen im Fledermaus-Kostüm. Und auch der große Showdown zwischen Batman und Bane ist nicht sooooo episch und spektakulär, wie vielleicht erwartet. Das ist aber kein Nachteil, denn so ist Wayne dem Zuschauer so nah wie nie zuvor. Er ist durch die acht Jahre zu einem verletzten und gebrochenen Menschen geworden, der sich selbst bereits aufgegeben hat. Fern ab jeglicher Stärke, die er in den ersten zwei Teilen noch ausstrahlte. Umso imposanter wird der Moment, wenn der Dark Knight tatsächlich wiederaufersteht. Christian Bale spielt seinen Charakter wieder überragend. Selbst eine Anne Hathaway fügt sich nahtlos in die Storyline ein. Anfangs war ja die Befürchtung, dass sie lediglich als Eyecatcher fungiert und der Sache gar nicht gewachsen sei. Dem ist aber nicht so.

Eines muss man dem Film aber anlasten: er erreicht nicht ansatzweise die Größe des Vorgängers – “The Dark Knight”. Die Messlatte ist einfach zu hoch und da nützt auch der Versuch des Übertrumpfens auch nicht mehr viel: noch mehr totgeweihte Bürger, ein noch brutalerer Antagonist (der sich gar nicht erst groß mit Worten abgibt, sondern gleich Taten sprechen lässt), noch mehr Gefahrenquellen (nicht nur ein Krankenhaus, das dem Boden gleich gemacht wird, nein, gleich ganz Gotham City). Allein der Vergleich zwischen dem jetzigen Bösewichten Bane und dem damaligen Joker braucht gar nicht erst angefochten zu werden. Dennoch muss man sagen, dass Tom Hardy seine Rolle mit den wenigen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln (letztendlich hat er nur seinen massiven Körper und seine Augen) gut meistert. Man merkt aber auch, dass Bane den Kampf mit Joker, um den besseren (oder eher schlimmeren) Bösewicht gar nicht aufnehmen will.

Auch wenn die Kritiker-Meinungen stark voneinander abweichen (entweder wird der Film positiv rezipiert oder als schlechtester Nolan-Film überhaupt bewertet), ist “The Dark Knight Rises”, wie anfangs bereits erwähnt habe, ein würdiger Abschluss. Vor allem lässt der Film einen großen Interpretationsspielraum offen, was aktuelle politische Bezüge angeht (wie beispielsweise die “Occupy”-Bewegung, zu der der Film einige Parallelen aufweist).

Zum Abschluss noch ein Tipp meinerseits: unbedingt die die Originalfassung angucken. Die Synchro von Bane ist unerträglich!

The Dark Knight Rises, USA/Großbritannien 2012, 164′
Regie: Christopher Nolan
Besetzung: Christian Bale, Sir Michael Caine, Morgan Freeman, Gary Oldman, Tom Hardy

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