Promised Land

Promised-Land-PosterSteve (Matt Damon) und Sue (Frances McDormand ) werden im Auftrag ihrer Firma für Rohstofferschließung in eine Kleinstadt geschickt. Hier sollen sie die hauptsächlich von der Landwirtschaft lebenden Einwohner davon überzeugen ihr Land an das Erdgas-Unternehmen abzugeben. Die aktuell sehr umstrittene Methode des „Fracking“ soll in dieser Gegend zum Einsatz kommen, um an die Erdgasvorkommen im Boden zu gelangen. Dass hierbei Konflikte zwischen den wirtschaftlich orientierten Intentionen der Unternehmensvertreter und der vermehrt naturbezogenen Einwohner auftreten, liegt dann natürlich auf der Hand. Regisseur Gus van Sant hat bei diesem Film zum wiederholten Male Matt Damon mit der Hauptrolle besetzt.

Ob einem ein Film gefallen könnte oder nicht, lässt sich wohl kaum anhand einer knappen Inhaltsangabe ablesen. Oft sind es kleine Details oder gute Dialoge, die Begeisterung für einen Film erzeugen. Ein Schema zu entwickeln, mit dem sich interessante Filme für den indiviuellen Filmgeschmack herausfiltern lassen, ist dennoch wohl kaum möglich. Deshalb ist auch der einleitende Text dieses Artikels in dieser Hinsicht nicht automatisch wegweisend, außer man fixiert sich beispielsweise auf den Regisseur oder die Darsteller. Promised Land beschäftigt sich nun mit einem brisanten Thema, allerdings bildet dieses eher die Rahmenhandlung. Wer jetzt also eine intensive Auseinandersetzung mit der Fracking-Industrie erwartet, wird also eher enttäuscht. Der Film demonstriert viel eher die ausbeutenden Mechansimen einer kapitalistischen Maschinerie, bei der weitreichende Auswirkungen auf Mensch und Natur weniger berücksichtigt werden. Letztendlich stehen sich kapitalistische Intentionen und der Schutz der Natur vor ausbeutenden Mechanismen gegenüber. Dass dabei dann die Einflechtung einer Liebesgeschichte anscheinend für notwendig gehalten wurde, ist dann wie so oft ernüchternd. Schließlich ist es Steves Interesse an einer Frau aus der Gegend, das ihn mitbeeinflusst über die Vorhaben seiner Firma zu reflektieren und davon Abstand zu nehmen. Um die interessanten Aspekte des Films zu betonen ist es also eigentlich weniger sinnvoll, sich auf konkrete inhaltiche Elemente zu beziehen.

Allerdings sind die narrativen Wendungen geschickt gesetzt, so dass der Zuschauer unterhalten bleibt. Alles in Allem ist die Story dennoch recht flach und beinhaltet keine wirklichen Überraschungen. So ist die Entwicklung des Protagonisten Steve dann letztendlich absehbar. promisedland_620x350Es kann aber als durchaus positiv gewertet werden, dass die Charaktere Steve und Sue, die sozusagen unreflektiertes Wirtschaftsdenken symbolisieren, ambivalent dargestellt werden. Dem Zuschauer wird durchaus die Möglichkeit gegeben sich mit ihnen zu identifizieren. Eine definitive Zuordnung in gut und böse bleibt also aus. Zudem ist eine charakterliche Schärfe ist zu erkennen, wodurch die Figuren authentisch wirken. Eine schwarz-weiß Darstellung erspart sich der Film also, was ihm unbedingt angerechnet werden muss. Auffällig bleit darüberhinaus eine saubere Kameraarbeit, die mit poetischen Einstellungen aus der Vogelperspektive überrascht und dadurch die Natur in den Fokus ruft, die als ausgebeutetes Element inszeniert wird.

Heroisierende Elemente kann sich Gus van Sant dann letztendlich aber auch nicht ersparen und so lässt er seinen Protagonisten am Ende des Films eine “ergreifende” Rede sprechen. Das war dann definitiv nicht nötig, aber letzlich voraussehbar.

Ganz abgesehen von den inhaltlichen Aspekten, bleibt ein schwer definierbarer bitterer Beigeschmack. Das amerikanische Landleben ist plakativ dargestellt und die Erzählweise ist trotz des brisanten Themas durch Simplifizierungen irritierend.

Promised Land, USA 2012, ‘106
Regie: Gus van Sant
Drehbuch: Matt Damon, John Krasinski und Dave Eggers
Kamera: Linus Sandgren
Schnitt: Billy Rich
Darsteller: Matt Damon, Rosemarie DeWitt, Frances McDormand
Verleih: Universal Pictures Germany
Kinostart: 20.06.2013

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