66. Berlinale – Tagebuch von Markus Hörster

Ein paar persönliche Highlights abseits der Filme auf der 66. Berlinale…

Freitag, 12. Februar

Um 8.15 Uhr ging es los. Ein Teil der Daumenkino-Redaktion ist mit dem Fernbus nach Berlin gefahren. Die Fahrzeit von zweieinhalb Stunden wurde mit der Zusammenstellung des Programms verbracht. Gelegentliche Ausfälle der WLAN-Verbindung erschwerten das Vorhaben etwas. Am Ende waren wir aber doch alle zufrieden.

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10.45 Uhr. Ankunft in Berlin. Am Kaiserdamm ging es in die U-Bahn der Linie 2. Schnell für 30 Euro Wochenkarten besorgt und dann ging es hinein ins Getümmel. Es war voll – sehr voll – aber die Vorfreude auf die Berlinale überwiegte.

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Samstag, 13. Februar

Später Samstagabend. Kino International. Hier wurde der rote Teppich ausgerollt für einen der beiden diesjährigen Preisträger der “Berlinale Kamera”: Tim Robbins. Der Schauspieler (“Die Verurteilten”) und Regisseur nahm den Preis vor dem Screening seines zweiten Films als Regisseur, “Dead Man Walking”, entgegen. Im Foyer gab er noch zahlreiche Interviews und Autogramme:

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Tim Robbins mit seiner Berlinale-Kamera:

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Sonntag, 14. Februar

Ein Highlight an diesem Tag war eine Veranstaltung im Film- und Fernsehmuseum am Potsdamer Platz im Rahmen der Retrospektive. Dort erzählten der renommierte Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase (Berlinale-Wettbewerbsbeitrag 2015: “Als wir träumten”) und Regisseur Volker Schlöndorff (“Die Blechtrommel”) über ihre Erfahrungen im für die deutschen Filmlandschaft prägenden Jahr 1966.

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Montag, 15. Februar

Das wohl beliebteste Getränk bei jedem Filmfestival ist Kaffee. Am besten in der großen Version, um die irgendwann zwangsläufig einsetzende Müdigkeit zu bekämpfen. Und das ist auch das einzige Mittel, was hilft… 😉

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Immer wieder begegnet man auf der Berlinale prominenten Menschen. So habe ich Grünen-Politikerin Claudia Roth einige Male im Berlinale-Palast gesehen, Hanna Schygulla war auch dort, Volker Schlöndorff stand im CinemaxX für einen Film aus der Retrospektive an und an diesem Montagabend habe ich zufällig in dem deutschen Film “Lotte” neben Schauspieler Max Mauff gesessen (“Die Welle”, “Stromberg”, Victoria”). Max Mauff war auf der diesjährigen Berlinale als Hauptdarsteller in “Wir sind die Flut zu sehen”, der in der Sektion Perspektive Deutsches Kino lief.

Dienstag, 16. Februar

Am Berlinale-Dienstag war großer Promi-Auflauf. Neben Spike Lee, der mit Nick Cannon und John Cusack den Film “Chi-Raq” vorstellte, kamen auch Colin Firth und Jude Law (Foto), um “Genius” zu präsentieren.

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Mittwoch, 17. Februar

Am Mittwoch stand im HAU Theater eine Veranstaltung mit zwei echten Legenden an: der diesjährige Ehren-Bär-Gewinner – der Kameramann Michael Ballhaus – wurde von Fotografen-Urgestein Jim Rakete interviewt. Im Vorfeld hieß es, die Veranstaltung sei restlos ausverkauft. Ich bin dann aber doch auf Verdacht hingefahren und bin noch rein gekommen. Und es hat sich definitiv gelohnt. Ballhaus, der seinen Rückzug aus dem Rampenlicht mit dieser Berlinale angekündigt hatte, erzählte interessante Geschichten und Anekdoten aus seiner bewegten Karriere.

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Donnerstag, 18. Februar

Mit “Miles Ahead” hat Don Cheadle Musik-Legende Miles Davis ein würdiges Denkmal gesetzt. Der Regisseur und Schauspieler (“Hotel Ruanda”) hat den Film, der in der Berlinale Special Sektion lief, persönlich bei der Pressekonferenz und am Abend im Friedrichstadt-Palast vorgestellt. Sehr empfehlenswert! Die Hauptrolle des Miles Davis spielt Don Cheadle selbst und vielleicht verhilft ihm diese großartige schauspielerische Leistung ja im nächsten Jahr zu einer Oscar-Nominierung.

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Vor dem Film gab es eine original Berliner Currywurst – sogar mit 5 Sternen! 🙂

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Freitag, 19. Februar

Was wäre eine Berlinale ohne einen Film im historischen und vor einigen Jahren frisch renovierten Zoo-Palast zu besuchen? Die edlen Leder-Sessel in diesem Kino sind besonders gegen Ende der Berlinale eine gute Alternative etwa zu den engen und harten Sitzen im Friedrichstadt-Palast.

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In den Pausen zwischendurch haben wir immer mal wieder Zeit gefunden, Notizen zu den gerade gesehenen Filmen zu machen oder Filmkritiken zu schreiben. Passende Plätze dazu gibt es zum Beispiel beim Ticket-Counter am Potsdamer Platz.

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Am Abend gab sich im Berlinale Palast kein geringerer als Gérard Depardieu die Ehre und stellte zusammen mit seinen Kollegen die Komödie “Saint Amour” vor. Der Film startet regulär am 13. Oktober in den deutschen Kinos und ist sehr zu empfehlen! Tolle Schauspieler und ein witziger Road-Trip voller überraschender Momente und Gags.

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Zuvor hat mir Berlinale-Chef Dieter Kosslick auf dem roten Teppich vor dem Berlinale-Palast diesen kleinen Berlinale-Bären geschenkt! 🙂

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Samstag, 20. Februar

Am Samstag habe ich einige Berlinale-Spielstätten erkundet, die ich bislang nicht kannte, wie z.B. das Haus der Kulturen der Welt (Foto), das Zeughauskino und das Arsenal.

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Eine schöne abendliche Kulisse ist immer das Sony Center am Potsdamer Platz mit dem CineStar Kino:

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Sonntag, 21. Februar

Am Sonntag ist die 66. Berlinale mit dem Publikums-Tag zu Ende gegangen. Es war wieder ein tolles Erlebnis und mit Sicherheit nicht meine letzte Berlinale.

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Die 67. Berlinale findet vom 9. bis 19. Februar 2017 statt!

Alle Fotos © Markus Hörster

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