600 Millas

Organisiertes Verbrechen, Waffenschmuggel und Menschlichkeit – der mexikanische Film 600 Millas von Regisseur und Drehbuchautor Gabriel Ripstein schafft außergewöhnliche Verbindungen und ist damit ein echtes Highlight in der PanoramaSpecial-Sektion. Die Strafbarkeit des Verkaufes von Waffen an Drittpersonen in den USA ist der reale Ansatzpunkt, auf dem der Film basiert. Ripstein lässt in diesem Rahmen einen jugendlichen Schmuggler und einen Agenten der Bundesbehörde aufeinandertreffen, deren Beziehung zueinander extrem ambivalent ist. Der Film zeichnet sich vor allem durch die ausführliche Portraitierung der Charaktere aus, die am Tage ihren skrupellosen Tätigkeiten nachgehen und am Abend in die Rolle des klassischen Ehemanns schlüpfen. Neben actionreichen Schusswechseln, ist der Film von Szenen geprägt, in denen häusliche Arbeiten wie beispielsweise das Abwaschen von Geschirr ausführlich gezeigt werden. Der Zuschauer erhält somit einen tiefen Einblick in die menschliche Seite der Kriminellen, wodurch Klischees umgangen und die Situationen umso eindringlicher werden. Obwohl der Film mit Stereotypen der US-amerikanischen und mexikanischen Gesellschafft spielt, ist die Handlung an keiner Stelle vorhersagbar und damit äußerst empfehlenswert.

600 Millas, Mexiko 2015, 85 Min
Regie: Gabriel Ripstein
Sektion: Panorama Special

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