The Lure

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Agnieszka Smoczynskas The Lure ist ein Film wie ein abstruses Märchen: Laut, bunt und grausam. Die Neuverfilmung der kleinen Meerjungfrau zeigt einen Mix aus Musical, Horror und Fantasy. Im Warschau der 80er Jahre beginnen die Menschenfleisch fressenden Sirenenschwestern Gold und Silber einen Urlaub in die Welt der Menschen. Ihre langen, sirenenartigen Schwänze verwandeln sich bei Austrocknung in menschliche Beine, welche sich bei Wasserkontakt zurückverwandeln. Mithilfe ihrer wunderschönen Gesänge schaffen sie es schnell in das Programm eines Nachtclubs und werden Teil des funkenden Ensembles. Sie singen verträumte Texte zu hämmerndter Technomusik und verzaubern das Publikum. Ihre magische Verwandlung wird Teil der Bühnenshow.

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Doch bald verleibt sich Silber in Mietek, den Bassisten ihrer Band. Ein herbes Problem, da sie in ihrer meschlichen Form keine Vagina besitzt und keinen Sex mit ihm haben kann. Zudem darf dieser nun keine andere Frau heiraten, da sie sch sonst in Meereschaum verwandeln würde. Auch Gold lässt sich von der Stadt vereinnahmen und genießt die Musik, vergisst um Gegensatz zu ihrer Schwester ihre Ursprünge nicht. So verspeist sie heimlich einen Kunden und hat Kontakt zu Triton, dem ebenfalls aus dem Meer kommenden Sänger einer Punkband.

Trotz Gold Warnungen und dem Verlust ihrer Singstimme lässt sie sich um Mietek zu gefallen in einer abstrusen Operationsszene den Fischschwanz abtrennen und einen menschlichen Unterkörper annähen. Doch heiratet dieser letztendlich doch eine andere und Silber muss sich entscheiden: Mietek muss von ihr verspeißt werden bevor die Sonne aufgeht oder sie wird sterben. Sie bringt es nicht übers Herz, wird zu Meeresschaum und lässt Gold allein zurück.

serveimage3The Lure ist trotz Anlehnungen an Trash und Pulp mehr als eine überspielte Parodie des Märchens. Er zeigt in wummernden Tönen und einer mal grellen, mal kalten Ästhetik die Gefühle und Gedanken der Protagonistinnen. Wie Alice im Wunderland erleben sie eine neue Welt, in der sich Silber verliert. Sie stolpert und versucht Teil dieser zu werden, was ihr nicht gelingt. Gold kann sich dieser Welt nur anlehnen, kehrt aber verletzt und einsam in ihre kalte, nasse Welt zurück.

The Lure, Polen 2015, 92 Min.

Verleih: Wytwórnia Filmów Dokumentalnych i Fabularnych
Regie: Agnieszka Smoczynska
Kamera: Jakub Kijowski P.S.C
Buch: Robert Bolesto
Schnitt: Jarosław Kamiński
Darsteller: Marta Mazurek, Michalina Olszanska, Kinga Preis
Produktion: Włodzimierz Niderhaus
Musik: Ballady i Romanse
Ton: Maria Chilarecka, Marcin Lenarczyk

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