Dirk Lütter

Als wir im letzten Jahr Carmen Losmann und ihren Film Work Hard Play Hard (D 2011) vor ausverkauftem Saal vorstellten, war uns nicht nur Konsequenz und Stringenz des Films aufgefallen, sondern auch die für einen Dokumentarfilm ungewöhnlich ästhetische Bildgestaltung ihres Kameramanns Dirk Lütter. Dieser hat nun ebenfalls als Regisseur einen Film zum Thema moderne Arbeitswelten fertig gestellt: den Spielfilm Die Ausbildung (D 2011), den er im Januar in Braunschweig vorgestellt hat. Darin begegnen wir dem jungen Azubi Jan, der in seinem Betrieb, wo er für die telefonische Kundenbetreuung zuständig ist, permanent zwischen zwei Welten hin- und hergeworfen wird: einerseits ist er ein „normaler“ Jugendlicher, der feiern geht, sich verliebt und gerne technische Gadgets und Internetpornos konsumiert. Auf der anderen Seite lernt er schnell die knallharte Realität in der Arbeit kennen, wo er darum bangen muss, ob er nach der Ausbildung übernommen wird und mitbekommt, wie seine Mutter, die sich für die Angestellten und Leiharbeiter einsetzt, hintergangen wird.
Florian Krautkrämer sprach mit Dirk Lütter über Abrichtungsanlagen, Kamerastrukturen, den prüfenden Zuschauer und feuchte Träume neoliberaler Ideologen.

Der Beginn wirkt wie eine Fortsetzung von Work Hard Play Hard, eine Interviewsituation, mehrere Personen an einem Tisch, es ist klar, wer der Untergebene ist. Dazu der klare und sehr reduzierte Kameraeinsatz, der nur wenige Positionen zulässt. Wie war bei den beiden Projekten der Zusammenhang? Wann hat die Arbeit an Deinem Film eingesetzt und wie sehr hat der eine Film den anderen beeinflusst?

Die erste Idee zur Ausbildung datiert um das Jahr 2000. Ich hatte meinen ersten ernstzunehmenden Film 50374 Erftstadt (D 2001) fertig gestellt. Es geht darin um drei Schulfreunde, deren Leben sich zwischen Arbeit/Konsum und Sinnsuche/Sinnlosigkeit aufspannte. Sie suchten zwischen den Polen Anpassung und Widerstand  ihren Platz, genau wie ich und viele andere, daher auch die Idee eines Films über einen Auszubildenden, der diese Problematik verkörpert. Interessant finde ich an einem Azubi den Übergang zwischen der Abrichtungsanlage schule und der Abrichtungsanlage Arbeitsplatz. es ist wie ein Scharnier, eine Übergangszeit bevor es dann „richtig“ losgeht.

Der Zusammenhang von WHPH und Ausbildung besteht darin, dass Carmen und ich uns von der khm (Kunsthochschule für Medien Köln) kennen und dort Schnittmengen in unserem Themenspektrum festgestellt haben. Darüber hat sich dann eine enge Freundschaft entwickelt. Carmen hat auch bei der Ausbildung dramaturgisch mitgewirkt.

Die Dreharbeiten zu WHPH begannen 2009, so dass bis zu meinem Dreh 2010 diverse Erfahrungen in mein Buch eingeflossen sind, vor allem in die Figur des Tobias, der Personalchef, besonders, was die Sprache angeht.

AUSBILDUNG_01-1920neu_k4758 Wie und wo hast du für deinen Film recherchiert? 

Die Recherche ist grob gesagt mein ganzes Leben.  Ich habe studiert, diverseste Jobs in Fabriken, Krankenhäusern, Callcentern usw. gemacht. Nach meinem Abitur 1990 war ich z.B. zwei Monate als Leiharbeiter beschäftigt. Als es 2005/2006 ans konkrete Schreiben ging, habe ich bei Arbeitsanwälten, Betriebsräten und Mobbingopfern recherchiert. Ich habe dann versucht, Einzelteile zu nehmen, die aus meiner Sicht ein sinnvolles Ganzes ergeben, um daraus eine Essenz zu verdichten. Dabei bin ich nicht von den „dramatischsten“ Ereignissen ausgegangen, die mir begegnet sind, sondern von den eher alltäglichen. Das heisst natürlich nicht, dass es in allen Firmen so aussieht, wie in der Ausbildung geschildert.

Von Beginn an nimmt die Kamera die Position des Prüfenden ein. Wir können ausgiebig die Verunsicherung von Jan beobachten, fast sein Denken sehen. Diese Positionen werden immer wieder aufgenommen, nicht nur auf der Arbeit, auch zuhause beim Essen, wo die Kamera unbeweglich am Tisch der Familie sitzt wie der Chef im Büro. Oder auch wenn wir Jan dabei zusehen, wie er Internetpornos ansieht. Wie sehr hast du versucht, den Zuschauer selbst in die Position eines immerzu Prüfenden zu stellen?

Die Interpretation des „prüfenden“ Kamerablicks finde ich sehr interessant, stand bei mir aber nicht an erster stelle. Vielleicht ist das, was du „prüfen“ nennst, in meiner Wortwahl „Raum zum Selber-Denken“. Dafür muss das Publikum ja prüfen, was es sieht. Primär steht bei mir die Kadrage, der Bildausschnitt als Stellvertreter für die gesellschaftlichen Strukturen. Die Kamera steht fest, meist im 90- oder 180-Grad-Winkel zu den Menschen, die Aufnahmebene ist parallel zu den Wänden und Möbeln. Es gibt also wenig Dynamik, wenig Tiefenillusion im Bildaufbau. Das Licht ist flach, es gibt wenig schützende Schatten, Menschen und Dinge sind gleichhell. Die Räume und ihr Interieur, als Stellvertreter der Struktur, umgeben die Menschen, die Kamera bewegt sich nicht mit den Menschen, sondern die Menschen bewegen sich innerhalb der feststehenden Einstellung. Es wäre in diesem Zusammenhang unsinnig gewesen, wenn die Kamera den Menschen folgen würde. Denn dann hätten die Menschen ja macht gegenüber den Strukturen. Die Protagonisten versuchen in der Ausbildung eher, sich innerhalb vorgegebener Strukturen zu bewegen. Ich betone das, weil ich Strukturen erzählen möchte. Geschichten sind für mich dabei Teil des ganzen, aber nicht das Zentrum.

Es gibt bei mir weniger Schnitte, weniger nahe Einstellungen, keine Filmmusik, keine besonderen Ton- und Bildeffekte, kein emotionalisierendes Schauspiel, keine überspitzende Dramaturgie und wenig Dialoge. All dies gibt es im konventionellen (Überwältigungs-)Kino, das wird dann euphemistisch Zuschauerführung genannt, was mich sehr ärgert. Ich möchte aber in einem Film nicht wie eine Kuh am Nasenring durch die Manege gezogen werden, deren Aufmerksamkeit ständig auf dies oder jenes gezwungen wird. Sicher, auch die Ausbildung ist manipulativ, wie jeder Film, aber ich hoffe nicht in dem sonst üblichen maße.

Sonne_12_001_klein4793Ich verstehe schon, was du mit dem Raum zum Selber-Denken meinst und finde, dass dir das sehr gut gelingt: dass der Raum im hors-champ durch den Ton am Anfang und am Ende erweitert wird oder dass die Augenfarbe des Personalleiters sich dem Bürohintergrund angepasst hat. Es gibt viel zu sehen, oder mitzudenken. Trotzdem möchte ich noch mal auf dem prüfenden Kamerablick insistieren, da ich schon den Eindruck hatte, dass der Zuschauer zum Komplizen des Prüfens wird, durchaus in einem negativen Sinn: am Anfang sind wir auch ein Personalchef, der den Schauspieler überprüft. Und dann Tasten wir ihn beim Pornokonsum ab. Es gibt da wenig Distanz oder Ablenkung, mich erinnert das gerade im Kontext des Films ans Prüfen. Und es ist ja auch so, dass die Art der Einstellung Zuhause am Familientisch die selbe ist, wie im Büro des Personaleres. Ich hatte den Eindruck, dass der immer mit am Tisch sitzt. Ist das eine Beobachtung, die du gemacht hast, dass die Auszublendenden [das war jetzt ein freud’scher Verschreiber, das muss natürlich “Auszubildenden” heißen; 4.3.2013] den Druck so sehr verinnerlichen, dass sie ihn überall mit hin nehmen?

Verinnerlichter Druck ist für mich das Grundbrummen aller Herrschaftsformen, die ich bisher kennen gelernt habe. Es sitzt nicht der Personaler mit an jedem Tisch, in jeder Szene, sondern die gesamte ideologische Struktur einer Gesellschaft, die in dem kleinen Ausschnitt, den der Film zeigt, u.a. vom Personalchef repräsentiert wird. Ich möchte es ermöglichen, von außen auf  diese Struktur zu schauen, in der man selbst bis zu einem gewissen Grade steckt. Sicherlich nicht jeder eins zu eins, es gibt da sehr unterschiedliche Intensitäten und Ausformungen.

Die Einstellungspositionen wiederholen sich häufig, z.B. in der Mensa an der Kasse. Erst, wenn es eine neue Kassiererin gibt, weil die alte „ausgetauscht“ wurde, wie sie selbst sagt, sieht man die Szene von der anderen Seite. Das wird am Schluss wieder aufgenommen, wenn man Jan plötzlich von hinten sieht, als er den Arbeitsvertrag vorgelegt bekommt und damit quasi aufgefordert wird, die Seiten zu wechseln. Dann springt sie für die letzte Einstellung aber wieder in die Position des Prüfenden und zeigt uns Jans Gesicht in der Großaufnahme. Wir hören nicht mehr, wie Jan sich entscheidet, aber ist dieser Sprung zurück Dein Statement, dass er den Job nicht annehmen wird?

Ob Jan den Job annimmt oder nicht, überlasse ich dem Zuschauer. Die Parallele zur der von dir beschriebenen Einstellung ist intendiert, aber zur Auflösung der letzten Szene waren vor allem die Bezüge zur ersten Szene wichtig: Jan sitzt nicht mehr zwischen zwei Polen, zwischen denen er unsicher hin- und herschaut, wie in der ersten Szene. Er sitzt auf der Position, die Tobias (der Personalchef) i.d. ersten Szene besetzte. Es steht die frage im Raum, ob Jan durch die Vertragsunterzeichnung zum Tobias werden will. Jan gegenüber ist es leer. Dort saßen seine Teamleiterin und die Gewerkschafterin (gleichzeitig Jans Mutter), die beide rausgemobbt wurden.  Dazu kommt dann noch Tobias selbst, der diesen leeren Raum nimmt, als er ins Bild tritt. Im umschnitt auf Jans Gesicht sieht man einen nachdenklichen, latent wütenden Blick, sein Kiefer ist angespannt. Diese nahe Einstellung auf Jans Gesicht bildet eine klammer mit der ersten Einstellung des Films, die ebenfalls eine nahe auf Jan ist, aber inzwischen hat er sich verändert.

Sonne_15_001_klein_neu1942Es geht im Film stark um Austauschbarkeit: die „Clean-Desk-Policy“, in der man nur noch einen Koffer, aber keinen physisch festen Arbeitsplatz mehr hat, oder die Kassiererin in der Mensa, die gegen günstigere, ausländische Arbeitskräfte ausgetauscht wird. Jan scheint der perfekte Azubi dafür zu sein: er hat keine Hobbys, keine Leidenschaften, nach der Arbeit kommt bei ihm der unpersönliche und teilweise ziellose Konsum. Er ist ein bisschen eine Hülle für einen Jugendlichen. Wie sehr ist dieses Bild, dass du da entwirfst zugespitzt? Oder bist du bei deinen Recherchen auf Ähnliches gestoßen?

Ich habe keine Jugendlichen getroffen, die genau so sind wie Jan, so ist der Film nicht angelegt, und ich glaube, die gibt es auch nicht. Es war allerdings auffällig, dass von den vielen Jugendlichen, die ich vor und während des Castings getroffen habe, nur ein Mädchen sagte, dass sie etwas ausprobieren will im Leben.

Jan hat in unserer Gesellschaft sehr anerkannte Hobbys: Autofahren und Einkaufen. Diese Hobbys sind so durchschnittlich und unindividuell ausgewählt, wie es nur geht.

Das folgt dem Konzept des Films, denn Jan ist für mich mehr Stellvertreter als individueller Charakter. Das war mir auch für die anderen Protagonisten wichtig. In einem solchen Konzept wäre das Individuelle fehl am Platze. Das kommt sowieso durch die Schauspieler in die Figuren. Darüber hinaus misstraue ich dem dramaturgischen Konzept vom Individuellen, und daraus resultierend, der sogenannten Identifikation. Ich bediene mich deshalb nicht der üblichen emotional-individualisierenden Figurenkonzeption und des dazugehörigen Schauspielstils, der Leidenschaft, oder was dafür gehalten wird, suggerieren soll. Das Wort „Individualität“ ist aus meiner Sicht inzwischen durch seinen inflationären gebrauch innerhalb des human ressource management und der kapitalistischen Ideologie zu sehr mit Bedeutungen aufgeladen, denen ich skeptisch gegenüber stehe.

Und das Zerreißen der neu gekauften Kleidung im Kaufhaus, die er dann wieder umtauscht, ist das seine Art des Aufbegehrens?

Neben anderen Bedeutungen, ja. Allerdings ein Aufbegehren, das sich innerhalb des gegebenen strukturellen Rahmens bewegt und nicht systemgefährdend ist. Und somit auf seine art sinnlos. Diesen Aspekt haben u.a. auch die Autofahrten.

Zur Rolle des Chors, der den Film in drei Akte unterteilt. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Der Chor ist inspiriert von Brecht. Er teilt den Film nicht in drei Akte, denn der erste und letzte Chor kommt ziemlich nah am Anfang und am Ende. Ob der Film überhaupt drei Akte hat, finde ich schwer zu sagen.

Der Chor hat mehrere Funktionen: Er soll distanzierend wirken, die Möglichkeit bieten, aus dem Handlungsfluss herauszutreten, zu reflektieren, die Illusion einer authentischen Handlung stören. Darüber hinaus hätte ich gerne, dass er den Aspekt der Hoffnung vermittelt, in Kontrast zu dem, was in der Handlung gerade passiert. So fordert z.B. erste das Lied „Klein wild Vögelein“, übrigens ein Volkslied aus dem Mittelalter, dass man sich nicht verkaufen solle. Der Protagonist dieses liedes (das „klein wild Vögelein“) lehnt das Gold ab. Dadurch kommt die Möglichkeit von etwas Anderem in den Film, die es ja auch immer gibt.

Nicht zuletzt kommt mit dem Chor etwas Dokumentarisches in Die Ausbildung. Es handelt sich um einen Laienchor aus Köln, der einst aus Gewerkschaftszusammenhängen heraus entstand. Ein Großteil der Sängerinnen und Sänger sind in Büroberufen tätig. Ihre Physis und ihre Gesichter verleihen dem Film Verbindung zu den Menschen, um die es im Film geht.

Viele Deutsche Filme haben Protagonisten im Alter von Jan in der Hauptrolle, vor allem die der so genannten „Berliner Schule“. Selten werden die aber im Zusammenhang von Arbeit gezeigt, es geht bei ihnen eher um die Suche. Bei Jan jedoch gar nicht. Was interessiert dich an dem Thema Jugendliche und Arbeit? 

Mich interessiert das Thema Arbeit sehr, es ist Teil aller Filme, die ich bisher gemacht habe. Arbeit kommt besonders im fiktionalen Film sehr selten vor, obwohl es einen sehr hohen Anteil im Leben der meisten Menschen hat. Es sickert in fast alle zwischenmenschlichen Beziehungen ein. Mich interessiert es, Arbeits- und somit Gesellschaftsstrukturen und deren Auswirkungen zu analysieren. Generell suchen Jugendliche in coming of age-Filmen ihren Platz in der Gesellschaft, und finden ihn dann meist auch ganz individuell und unangepasst. Mich interessieren aber eher durchschnittliche, angepasste menschen. Da komm ich her und so einer bin ich selber. Die von dir angesprochene „Berliner Schule“ wiederum verweigert den Suchenden das Finden. Ich glaube hingegen, dass nicht so besonders viel gesucht wird. Familiäre, schichtspezifische und historische Prägungen sind sehr stark. Normativer gesellschaftlicher Druck, der vor dem Arbeitsleben besonders von der Schule ausgeübt wird, ebenfalls. Deswegen sucht Jan nicht, sondern reagiert.

Gibt es schon ein Folgeprojekt? Zu was für einem Thema? 

Natürlich habe ich Einiges im Kopf, aber ob das finanziert wird, steht in den Sternen. Ein Film wie Die Ausbildung ist auch nicht gerade eine gute Visitenkarte in der deutschen Filmlandschaft. Aktuell arbeite ich an einem Stoff zum Thema Eigentum, mit besonderem blick auf das ideologische Konzept von individuellem Privateigentum in unbegrenzter Höhe.

Wirst du weiterhin auch als Kameramann arbeiten?

Ja. Davon lebe ich. (Dirk Lütters letzte Kameraarbeit hatte auf der Berlinale Premiere: Kalte Probe von Constanze Ruhm und Christine Lang (D 2013); Anm. FK.)

Und wie beeinflusst das Thema „Arbeit” denn deine Einstellung zu deiner eigenen Arbeit?

Auf der einen Seite bin ich als jederzeit feuerbarer, projketbezogen arbeitender Prekarist der feuchte Traum neoliberaler Ideologen. Ich beute mich selber aus, überarbeite mich häufig, bin „leidenschaftlich“ dabei, zumindest wenn mich der Inhalt interessiert. Ich arbeite öfters für Einkommen auf Hartz-4-Niveau oder knapp drüber, lebe die verschleierte, knallharte Dutz-Hierarchie des Filmgeschäfts, bin abhängig von Gatekeepern bei Sendern und Förderanstalten, bzw. von Regisseur/innen, die meine „Dienstleistung Bildgestaltung“ in Anspruch nehmen wollen. Das alles erzeugt Spannungen. Damit umzugehen, ist mitunter schwierig und bringt mich an grenzen.

Auf der anderen Seite habe ich einen gewissen Gestaltungsraum, was Arbeitszeitstrukturen, oder Arbeitsort (z.B. beim Entwickeln des Drehbuchs) u.ä. angeht. Und z.t. empfinde ich meine Arbeit nicht als entfremdet, sehe darin einen gesellschaftlich konstruktiven sinn.

Letztlich ist mir durch die Beschäftigung mit Arbeit klar geworden, dass ich langfristig ein anderes Verhältnis zu meiner Arbeit anstrebe. Weg von der Fixierung auf einen bestimmten Beruf, ein bestimmtes Arbeitsfeld, weg von übertriebener Identitätsbildung durch Arbeit. Hin zu mehr gemeinschaftlichem, kollektivem Leben, Denken und Fühlen. Ich stehe da erst am Anfang, mal sehen, was sich daraus noch entwickelt.

Im Abspann habe ich gesehen, dass du die Autofahrten selbst gemacht hast? War dir das wichtig? (Magst du den Kurzfilm C’était un rendez-vous von Claude Lelouch (F 1976)?) 

Den Film von Lelouch kenne ich, da rasen die doch in aller frühe durch Paris, oder? Mein Kameramann Henner Besuch und ich sind zwei Tage auf Straßen in dem Landkreis gefahren, aus dem ich stamme. Ich kannte diese Strecken von früher noch sehr gut. Gerne hätte ich die Fahrten jemand anderen machen lassen, ich fand‘s extrem anstrengend und teilweise gefährlich. Es war mir aber klar, dass ich sie nur so bekomme, wie ich sie brauche.

Die Ausbildung, D 2011, 85′
Regie und Buch: Dirk Lütter
Kamera: Henner Besuch
mit Joseph K. Bundschuh, Anke Retzlaff, Stefan Rudolf, Frank Voß

Der Film wird im Mai in der ARD ausgestrahlt. 30.5. um 22.45

Work Hard Play Hard wird am 6. März auf ARTE gezeigt, das Interview, das wir mit der Regisseurin Carmen Losmann dazu geführt haben, gibt es zum Nachlesen hier.

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