Birgit Hein

Medienspezifik der Revolution – Ein Gespräch mit Birgit Hein zu Abstrakter Film

Birgit Heins neuester Film dauert achteinhalb Minuten und heißt “Abstrakter Film”. Birgit Hein, Jahrgang 1942 und bis 2007 Professorin der Filmklasse der HBK Braunschweig, hat hierfür über einhundert Clips des Arabischen Frühlings aus youtube heruntergeladen und dabei jene Stellen montiert, in denen kaum etwas im Bild zu erkennen ist, weil die Kamera (meist eine Handykamera) auf den Boden fällt oder der Filmende mit ihr in der Hand rennt. Der Film wurde bisher auf einigen deutschen Festivals gezeigt. Florian Krautkrämer sprach mit Birgit Hein über den “Abstrakten Film” und das Bildmaterial der arabischen Revolutionen.

Aus welchen Konfliktregionen stammt das Material, aus dem du deinen neuen Film geschnitten hast und über welchen Zeitraum hinweg hast du es aus dem Netz geladen?

Das meiste Material stammt aus Libyen, hauptsächlich aus dem Jahr 2011. Am Ende kamen dann noch wenige Aufnahmen aus Syrien dazu, ein paar auch aus dem Jemen. Mit dem Tod von Gaddafi habe ich dann aufgehört, ich hatte dann auch genug Material, 130 Clips insgesamt. Dennis Feser hat die dann noch in ein einheitliches Format gebracht, danach habe ich sie aber erst einmal liegen lassen.

Wie bist du bei der Entwicklung des Films und der Montage vorgegangen?

Eine erste Version, die ich aus dem Material erstellt habe, war vierzig Minuten lang. Wenn ich das dann aber verschiedenen Leuten gezeigt habe, kreisten die Diskussionen immer darum, was man auf dem Bild sah: wer hat was wo gefilmt? Und dann kam man schnell auf die aktuelle Lage zu sprechen, vernachlässigte aber das Bildmaterial. Ich habe mich mit dieser Version dann auch erst mal fast ein Jahr nicht weiter beschäftigt.

Wie sah diese erste Version aus?

Ich habe mich vor allem auf längere Szenen konzentriert. Es gab eine sehr lange Einstellung von fast sechs Minuten aus einem Fenster heraus gefilmt, in der man in großer Entfernung Kämpfe sah. Man konnte kaum etwas erkennen, da die Kämpfenden so klein waren. Aber nach einiger Zeit sah man, dass zum Beispiel einer dieser kleinen Punkte sich plötzlich nicht mehr bewegte. Aber die meisten, denen ich das gezeigt habe, hatten nicht die Geduld, so lange hinzusehen.

Und wie war das montiert?

Überwiegend chronologisch.

Was war der Anlass für diese Version?

Mich hat vor allem die Dramaturgie innerhalb einer Szene interessiert, wie sich das entwickelt. Aber ich habe das dann wieder gelassen.

Das ist interessant. Peter Snowden, der Regisseur von The Uprising schreibt auf der Internetseite zu seinem Film auch, dass er sich ganz lange mit dem Material auseinander gesetzt hat, bevor er wusste, wie er es montieren kann. Lange Zeit hatte er ebenfalls vorgehabt, es chronologisch anzuordnen. Erst als er eine Art Drehbuch geschrieben hat, war das für ihn der Auslöser, die Form zu finden, die der Film jetzt hat. Erst, als er sozusagen einen Schritt in Richtung Fiktionalisierung unternommen hat, wusste er, wie man mit den Aufnahmen umgehen kann.

Das spürt man auch bei diesem Film: Diese Auseinandersetzung, die einfach nötig ist in der Arbeit mit den Aufnahmen. Wohingegen ich das bei der Dokumentation über Homs, die neulich auf ARTE zu sehen war, nicht so sehe (Homs – Ein zerstörter Traum, Regie: Talal Derki).

Da geht es dann auch um unterschiedliche Ansätze. Bei der Homs-Dokumentation, aber auch bei The Square (Jehane Noujaim) beispielsweise steht stark im Vordergrund, was man auf den Bildern sieht, und was davon beim Publikum ankommen soll. Das geht dann schon stärker in die Richtung von Reportagen oder Nachrichten. Snowden und du, ihr interessiert ja stark für das, was auf den Bildern nicht zu sehen ist, was hinter der Kamera geschieht, wie sie filmt und blickt.

Als ich die Idee hatte, mich auf die »abstrakten« Szenen zu konzentrieren, ging es plötzlich auch ganz schnell mit der Montage.

Birgit Hein - Abstrakter Film

Wie kam es dann zu dem Konzept, dass du dich genau auf diese Ausschnitte der Aufnahmen konzentriert hast, die man im Abstrakten Film sieht?

Das Goethe-Institut hatte mich um einen Vortrag über die Medienspezifik in der Kunst im Zeitalter des Digitalen gebeten. Meine Feststellung war, dass an die Stelle der Materialästhetik die Reproduktionsästhetik der neuen Technologien getreten ist.  Und  so kam ich auf die Idee, die Youtube Handy Videos genauer unter diesem Aspekt zu betrachten. Da sieht man nämlich, dass die Spezifika nicht mehr so sehr vom Material selbst abhängen, also unterschiedliche Film-Formate oder der Gegensatz von Film und Video, sondern dass das Bild stark von der aufnehmenden Kamera geprägt ist. Ich habe mir zunächst jene Stellen angesehen, auf denen geschossen wird. Man sieht dort eine Gruppe von Leuten stehen, und in dem Moment, wo geschossen wird, fliegt das Bild auseinander, man verliert die Kontrolle über das Bild, aber die Kamera läuft trotzdem weiter. Ich habe dann alle Clips minutiös untersucht und immer genau diese Stellen isoliert.

Das ist eine Eigenschaft von neueren Videokameras generell …

Schon, aber beim Handy  kommt noch dazu, dass man es anders hält, man schaut nicht durch den Sucher, hält es generell vom Körper weg. Man kann besser damit rennen. Ich erinnere mich an eine Aufnahme, da wird jemand beschossen, während er telefoniert. Er rennt weg, rettet sich in ein Auto und führt die ganze Zeit das Telefonat weiter. Ein Freund hat mir dann übersetzt, dass er sagt, wo er ist und wo er hinfahren wird.. Das ist schon eine andere Art, Bildmaterial zu generieren.

Birgit Hein - Abstrakter Film

Gab es eine bestimmte dramaturgische Idee, nach der du diese Ausschnitte dann montiert hast?

Nein. Nur die erste und die letzte Szene, da wollte ich die speziellen Logos mit drin haben, die diejenigen mit ins Bild kopiert haben, die die Aufnahmen auch ins Netz gestellt haben. So kann man gleich den Zusammenhang mit Syrien herstellen und den zum Internet.

Und ist der Ton synchron?

Ja, das ist das Entscheidende. Erst der synchrone Ton macht die Aufnahmen dokumentarisch. Der Ton verdeutlicht auch, wann eine neue Sequenz beginnt, was man auf der Bildebene nicht immer eindeutig sehen kann. Der Ton ist sozusagen der Beweis für die Realität der Aufnahmen.

Hast du die Bilder bearbeitet?

An einigen Stellen gibt es eine leichte Ausschnittsvergößerung, wenn ich  Logos nicht mit im Bild haben wollte, oder um sie auf das 16:9-Format zu bringen. Aber bezüglich der Bildbearbeitung, was Schärfe und Helligkeit oder dergleichen angeht, wurde nichts bearbeitet. Ich wollte die Bilder so nehmen, wie sie hochgeladen wurden. Ganz am Schluss habe ich jedoch den Ton unter den Abspann laufen lassen, der zu dem ersten Clip gehört, den ich runtergeladen hatte.

Birgit Hein - Abstrakter Filme

Wie haben sich die Filme verändert über den Zeitraum, in dem du dich intensiv damit auseinandergesetzt hast?

Zu Beginn wurden die libyschen Rebellen hier ja sehr positiv gesehen. Das änderte sich aber nach und nach, auch aufgrund der Aufnahmen, die man auf youtube sehen konnte. Das ging ja dann so weit, dass vor laufender Kamera Leute gelyncht wurden. Da wurde es für mich selbst schwierig: wie geht man mit solchem Material um? Auch mit den Aufnahmen, in denen die Filmenden erschossen werden und die Kamera weiterläuft.

Dann gab es ja die Aufnahme, wo Gaddafi aus dem Loch gezerrt und später getötet wird. Dieser Clip ist dreieinhalb Minuten lang. Ich habe dann jedes Bild dieses Clips versechsfacht, weil ich wirklich sehen wollte, was da los ist. Und nur einige Wochen später war genau dasselbe schon im Netz! Auf globalPost gab es ein Video, bei dem jedes Bild um eine Sekunde verlängert worden war, dieser Film ging dann 48 Minuten. Da war ich schon erstaunt, weil das ja nun eine Arbeitsweise aus dem Experimentalfilm ist, wenn man an frühere Filme beispielsweise von Ken Jacobs denkt.

Dies ersten Aufnahmen von nächtlichen Demonstrationen in Tripolis, mit den verfälschten Farben, grün, orange, blau, unscharf, verwischt, haben mich so fasziniert, weil sie mich an die Ästhetik der alten Experimentalfilme erinnert haben. Ganz am Anfang gab es noch keine brutalen Aufnahmen. Das hat sich aber schnell geändert, und je brutaler die Aufnahmen wurden, desto besser wurde auch die Bildqualität. Da ging es dann schon konkret um das Indexikalische der Bilder.

Birgit Hein - Abstrakter Film

Verfolgst du denn noch das Material auf youtube?

Nein, überhaupt nicht. Mit dem Video von Gaddafis Tod war die »Jagd« nach den authentischen Bildern für mich auch vorbei. Man merkt am Ende dann doch, dass man außen vor steht, dass man im Grunde nichts wirklich weiß.

Wie siehst du überhaupt den Wahrheitsgehalt dieser Clips?

Die Ausschnitte, aus denen ich meinen Film montiert habe, sind ja in den hochgeladenen Sequenzen drin gelassen worden, um zu untermauern, dass das alles wahr ist. Bei einem Clip, den ich gefunden hatte, wurde zu Beginn eingeblendet, dass man diese Informationen in die ganze Welt verbreiten sollte. Das war dann genau der Clip, bei dem der größte Teil rosa ist! Erst ganz am Ende sieht man Erschossene auf dem Fußboden liegen. Das ist sehr interessant, denn im Grunde verhandeln diese Clips die Frage, was heute noch ein reales Bild ist. Ist das, auch wenn ich nur noch rosa oder sehr unscharf sehe, noch Abbild der Realität? Und weiter: verändern Kameras wie die in den Handys denn die Bilder und die Art und Weise, wie wir mit ihnen umgehen?

Verweisen denn diese Ausschnitte, auf denen man nichts erkennt, für dich auch auf die neuen Möglichkeiten der Distribution? Weil man ja nun einfach größere Partien senden kann, indem an sie hochlädt, und somit auf eine Freigabe, die die Bilder nach ihrer Sendefähigkeit beurteilt, nicht mehr angewiesen ist.

Ja. Als wir früher Filme gemacht haben, gab es ja so viele Stationen dazwischen, angefangen beim Kopierwerk bis hin zum Kino am Schluss. Und hier hatte ich wirklich das Gefühl, ich sitze dabei.

Und im Unterschied zum Fernsehen, entsteht so auch gleichzeitig noch ein Archiv.

Genau. Ich bin ja ein sogenanntes Kriegskind, das keine eigenen Erinnerungen an die Zeit hat. Und hier erlebe ich das mit und habe gleichzeitig die Möglichkeit, mich mit diesem Material eingehender zu beschäftigen.

Nun gibst du ja aber bis auf die beiden Szenen am Anfang und am Ende, wo ein Logo zu sehen ist, keine weiteren Hinweise. Du hättest ja auch die Einstellungen mit Untertiteln oder ähnlichem benennen können, oder wie in The Uprising im Abspann aufzählen können, woher sie stammen. Warum hast du dich dagegen entschieden?

Teilweise konnte man das gar nicht so genau feststellen. Und viele der Ausschnitte sind so kurz, dass das dann als Untertitel nicht mehr funktionieren würde, auch im Abspann wäre das eher unübersichtlich geworden.

Und hattest du überlegt, die gesprochenen Stellen zu übersetzen und zu untertiteln?

Nein. Ich habe einen Übersetzer gefragt, was denn überhaupt zu verstehen ist, und der hat gesagt, dass es überwiegend »Allahu Akbar« sei. Die Frauen, die man am Ende hört, die beschimpfen die Männer. Aber es sind keine politischen Äußerungen zu hören. Die Untertitel hätten wieder was völlig anderes daraus gemacht. Es ging mir ja nicht um den Einzelnen, der da filmt oder zu sehen ist, sondern generell um den Zustand von Gewalt. Und um die Frage, wie weit können Bilder gehen, um Realismus auszudrücken. Was ist möglich mit Bildern? Diese ganze Diskussion um das Digitale und den Verlust der Glaubwürdigkeit im digitalen Bild, das bezieht sich ja nur auf einen bestimmten Bildertypus. Bilder konnten immer manipuliert werden.

Birgit Hein - Abstrakter Film

In diesem Sinne hast du jetzt einen Film gemacht, der ja im herkömmlichen Sinne nicht mehr aus Bildern besteht. Ist Abstrakter Film nicht nur ein Film, der aus diesen youtube-Clips besteht, sondern auch einer über dieses Material, das dort zu sehen ist?

Genau. Es ist nicht nur eine abstrakte Reflexion über das Spezifische der Medien, sondern auch über das Bildmaterial, das auf realen Situationen beruht. Ich wurde von zwei Leuten aufgefordert, den Film stumm zu zeigen, was Blödsinn ist. Denn erst mit dem Ton fragt man sich doch, wie abstrakt das überhaupt ist. Oder wie real. Diese Spannung ist es, die mich dabei interessiert hat. Der Titel stand auch gleich ganz am Anfang fest, was sonst nie bei mir vorkommt.

Aber ist der Titel “Abstrakter Film” nicht eventuell auch zu zynisch? Immerhin wird in dem Material ja konkret gestorben.

Auf jeden Fall zynisch oder ironisch.Denn es geht um den Schrecken, die Gewalt, die ja von vielen Leuten nachvollzogen wird, obwohl sie sie nicht sehen. Die Vorstellung suggeriert es, aber in einer allgemeineren Form, nicht bezogen auf ein individuelles Schicksal. Dadurch bezieht sich der Film auch auf das Gefühl von Krieg und Gewalt, also Angst, und das, ohne dass man unbedingt jemals selbst in solch einer Situation gewesen sein muss. Der Film hat auch mit mir zu tun, mit meinem “schwarzen Loch” des Zweiten Weltkriegs, an den ich ja keine Erinnerung habe. In einer Therapie-Sitzung wurde ich mal nach meinen Erinnerungen an den Krieg gefragt und die einzige, die ich spontan benennen konnte, war Angst. Bei den Festivalaufführungen bisher hat der Film in diesem Sinne für das Publikum auch immer funktioniert.

Was gab es noch für Reaktionen auf den Film?

Überwiegend positive. Meistens gibt es nach solch einem Film ja erst mal keinerlei Reaktion, aber wenn man dann nachhakt, gibt es positive Rückmeldungen

Hast du Reaktionen von Leuten, die aus dem Gebiet kommen? 

Nein. Rabih Mroué hat den Film gesehen, konnte aber nichts damit anfangen. In Braunschweig kam ein ehemaliger Student, ein Mexikaner, nach der Vorführung zu mir und sagte, er müsse gleich gehen, da der Film so schlimme Erinnerungen in ihm ausgelöst habe. Aber das ist ja eine andere Region, auch wenn es dort sicher stellenweise auch sehr schlimm ist.

Es entstehen ja jetzt mehrere Filme, die mit dem youtube-Material aus den Arabischen Ländern arbeiten. Neben den bereits erwähnten, Peter Snowden und Rabih Mroué, wäre da noch The Square oder Tahrir, place de la Libération von Stefano Savona. Üblicherweise lässt man ja erst mal Zeit vergehen, bevor man sich mit Archivmaterial auseinandersetzt, zumindest so lange, bis sich die historische Situation, aus der das Material kommt, geklärt hat. Die Aufnahmen aus dem Konzentrationslager Westerbork lagen über 60 Jahre, bevor Harun Farocki sich daran setzte, einen Film daraus zu schneiden. Nun hat man aber nicht nur die historisch einmalige Situation, einem Archiv beim Wachsen und Entstehen zusehen zu können, sondern dass man es auch gleich, in Echtzeit quasi, nutzen kann. Riskant ist solch ein unmittelbares Vorgehen ja, weil die Situation noch nicht abgeschlossen ist, man deswegen das Material auch nicht abschließend beurteilen kann, und weil sich das Archiv immer noch verändert. Die Aufnahmen aus Syrien, die heutzutage hochgeladen werden, sehen vollkommen anders aus als noch 2011.

Deswegen habe ich mich ja von der konkreten Situation verabschiedet. Es geht ja um die Gewalt, die nicht allein an die aktuellen Ereignisse gekoppelt ist.

Kann man den Titel “Abstrakter Film” in diesem Sinne auch als Aufforderung verstehen, sich die Bilder auch in einer generelleren Art und Weise anzusehen und nicht nur im Hinblick auf den Index?

Ja, natürlich.

Hast du denn auch mal daran gedacht, den Film selbst wieder auf youtube hochzuladen, also dem Netz zurück zugeben, was du von ihm genommen hast?

Nein. Die Festivalaufführungen haben gezeigt, dass der Film auf einer großen Leinwand sehr gut funktioniert. Da wird er dann erst zu etwas anderem. Das ist ja auch Teil der Medienreflexion, die Handyfilme eben auch aus ihrem ursprünglichem Kontext zu lösen.

Das heißt, das ästhetische Interesse stand schon bei dir im Vordergrund?

Absolut, das ist die Basis, von der ich ausgehe. Arnold Dreyblatt, der wie ich auch Mitglied der Akademie der Künste ist, sagte, nachdem er den Film gesehen hat, dass so etwas überhaupt nur jemand machen könne, der aus dem Bereich des Experimentalfilms komme.

Warum soll man sich überhaupt diese Clips aus ästhetischem Interesse anschauen?

Weil es Stellen und Momente in diesen Clips gibt, die sich nicht beschreiben lassen. Das ist das Eigene an der visuellen Information, dass sie etwas vermittelt, das in einer anderen Sprache nicht zu verfassen wäre.

Und dafür konzentrierst du dich auf eben jene Ausschnitte, die nicht Bilder im eigentlichen Sinne sind, und die man auch nicht suchen würde, wenn man sich im Netz diese Clips anschaut.

Die Leute, die das Material online stellen, denen geht es ja um die Leichen, die davor oder danach zu sehen sind. Und denen, die es sich später anschauen, wahrscheinlich auch. Das Material wird ja nicht geschnitten.

Die Passagen deines Films sind ja eher als Authentifizierungsmerkmale zu begreifen. Und diese sind ja nur sinnvoll im Verbund mit den Bildern davor und danach. In dem Moment, in dem man sie aber isoliert, werden sie im Grunde wertlos. Den Index holst du dann aber wieder über den Ton rein, um das alles dann in einen breiteren Kontext zu stellen. 

Genau. Das Verwackelte, die schlechte Qualität, das ist ja, wie Hito Steyerl es auch schreibt, Beweis für die Echtheit. Auch darum geht es in meiner Arbeit, darüber nachzudenken, wie visuelle Beweise konstruiert werden.

Birgit Hein - Abstrakter Film

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