LA CASA LOBO am 17.04.2019

Es war einmal ein böser Wolf, der um ein Haus im Wald streift, in welches Maria mit ihren Schweinen flüchtete. Um drohender Strafe zu entkommen, wappnete sich Maria mit Wiegenliedern, während es an Türen und Fenster klopfte und Augen jede Regung gierig verfolgten. Langsam begannen sich Haus und Bewohnende zu verwandeln, wechselten die Größe, dehnten sich, schrumpften zusammen und verloren gänzlich die Gestalt, um im nächsten Moment neu zu erscheinen.

Auf den ersten Blick erinnert der chilenische Stop-Motion-Animations Film La Casa Lobo an ein unheimliches Märchen. Darunter verbirgt sich eine experimentelle Auseinandersetzung mit den Abgründen der Sekte Colonia Dignidad. Diese im Jahre 1961 vom deutschen Exilanten Paul Schäfer gegründete Kolonie war während der Diktatur von Pinochet an Morden und Folter beteiligt – und es ist dieser Schrecken, welcher La Casa Lobo in metaphorischer Bildsprache einfängt und durch kunstvolle Metamorphosen vermittelt.

La Casa Lobo („Das Wolfshaus“)

R: Cristóbal León, Joaquín Cociña, CHL 2018, 75 Min., OmU

am 17.04.2019 um 19 Uhr im Universum Filmtheater

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