Cinemathek – 16. Staffel

Die Cinemathek geht in die 16. Runde: Von November bis Januar präsentieren wir gemeinsam mit dem Universum Filmtheater erneut drei Filme, die es vielerorts nicht in die deutschen Kinos geschafft haben. Unser Programm erstreckt sich diesmal vom schwedischen Geflüchtetendrama über ein postmodernes Referenzenfeuerwerk, bis hin zum politisch hoch aktuellen und provokanten Portrait der Fakenews-Debatte im Kontext des Ukrainekriegs.

 

14.11.2018: Stell dir vor, du müsstest fliehen
R: Jesper Ganslandt, SWE 2018, 91 Min.
um 19:00 Uhr, Universum Filmtheater

Jimmie ist auf der Flucht. Nachdem in Schweden Krieg ausgebrochen ist, muss der Vierjährige mit seinem Vater fliehen – wohin ist ungewiss. „Stell dir vor, du müsstest fliehen“ erzählt die Fluchtgeschichte der Familie aus seiner Sicht, der beruhigend naiven und doch unglaublich hilflosen Sicht eines Kindes.

Jimmie sieht sich auf seinem Weg konfrontiert mit Chaos, Hass und Desorientierung, die der Regisseur Jesper Ganslandt durch seine extreme audiovisuelle Umsetzung an die Zuschauenden weitergibt. Damit stellt der Film nicht nur den Versuch dar, die weltweite Fluchtproblematik auf Nordeuropa zu projizieren, sondern auch eine Erfahrung, die unter die Haut geht.

 

12.12.2018: Under The Silver Lake
R: David Robert Mitchell, USA 2018, 139 Min.
um 21:15 Uhr, Universum Filmtheater

Als Sam (Andrew Garfield) nach einem Date mit seiner Nachbarin Sarah (Riley Keough) von ihrem überraschenden Auszug aus der Nachbarschaft erfährt, beginnt eine schier endlose Schnitzeljagd durch Los Angeles. Die Suche nach ihr wirft uns dabei von einer popkulturellen Referenz zur nächsten, von Kubricks 2001 (1968) über Hitchcocks Rear Window (1954) bis Super Mario Bros. Als auch noch Andrew Garfields Rolle als Spiderman herausgestellt wird, wissen wir, wie verwurzelt wir in der Postmoderne sind.

So stolpert jener, der mehr als Hollywoodstar und weniger als die zu portraitierende Figur Sam in Erscheinung tritt, relativ unbeeindruckt zwischen den ihn umgebenden Skurrilitäten herum. Und dabei ist vor allem eines wichtig: Bloß kein Ereignis ohne ironische Distanz.

 

16.01.2019: Donbass
R: Sergey Loznitsa, UKR 2018, 110 Min.
um 21:15 Uhr, Universum Filmtheater

Dreizehn nur durch Montage verknüpfte Episoden bilden in Donbass den Rahmen für eine undurchsichtige Illustration des Krieges im Donezbecken in der Ostukraine. Der Regisseur Sergei Loznitsa bannt hierfür reale Geschehnisse rund um den bewaffneten Konflikt auf die Leinwand, die in Amateurvideos festgehalten oder durch Augenzeugenberichte verbreitet wurden. Die Realität wird imitiert, durch Übertreibungen erweitert und groteske Darstellungen simuliert. Donbass entzieht sich den Genre-Zuschreibungen, spielt mit der Wahrheit und führt zugleich unglaublich verdichtet die Folgen des aktuell geführten Diskurses um die Fake-News und die postfaktische Politik vor.

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