Theodor Frisorger | theodorfrisorger

Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-Graduiertenkolleg "Das Dokumentarische. Exzess und Entzug"

Posts by theodorfrisorger:

Beach Rats

Ein Sommer in Brooklyn: Unter der Mittagssonne perlt der Schweiß von Frankies Adoniskörper. In den Abendstunden verliert sich seine Silhouette zwischen Jahrmarktflickern, Neonlicht und Cannabisrauch. Bei Nacht verschwindet Frankie im Schatten und nackte fremde Männer treten stattdessen auf seinem Display in Erscheinung. Eliza Hittman erzählt ein coming of age-Drama von entschiedener Unentschlossenheit: In melancholich-poetischen Bilder umkreist sie die Körper ihrer Protagonisten und fängt ihre Sehnen und Sehnsüchte gleichermaßen ein. Hypermaskulinität trifft hier auf Homoerotik und artikuliert ein schwankendes queeres Begehren. Auf dem Sundance Film Festival wurde Hittman hierfür mit der Preis für die „Beste Regie“ ausgezeichnet. Weiterlesen

Queen of Earth

Der Tod ihres Vaters und die Trennung von ihrem Freund haben Catherine in eine persönliche Misere gestürzt. Ihr hieraus erwachsener Wunsch nach Vertrautheit, Geborgenheit und Einkehr führt sie, wie bereits im Jahr zuvor, in dem Sommerwohnsitz ihrer Freundin Virginia. Doch anstatt zum Fels in der krisenhaften Brandung zu werden, tritt vielmehr das prekäre Fundament der gemeinsamen Freundschaft zu Tage. In elliptischen Erzählstrukturen, die verschiedene Zeitebenen des Films miteinander verschalten, transformiert der Regisseur Alex Ross Perry das einst paradiesische Haus am See so zum ambivalenten Aushandlungsort, innerhalb dessen sich Vorwürfe und Fürsorge, Gehässigkeit und Zuneigung gegenseitig immer wieder ablösen. Weiterlesen

Mustang

Ein Coming of Age-Drama, das durch die Einöden sexueller Repression gallopiert, aber an den entscheidenden Weggabelungen stagniert. Weiterlesen

The Tribe

The Tribe ist die vertraute Geschichte über einen Neuankömmling, der sich innerhalb einer etablierten Hierarchie behaupten muss. Sergey ist der neue Schüler eines Internats für gehörlose Kinder. Gilt er zunächst noch als Außenseiter, fügt er sich jedoch schnell in die dort herrschenden Strukturen im Spannungsfeld von Gewalt, Diebstahl und Prostitution ein. Slaboshpytskiys Erstlingswerk, das in Cannes mehrfach ausgezeichnet wurde, greift ausschließlich auf gehörlose Laiendarsteller zurück, die Dialoge, die sich entlang dieser Handlung entspinnen, werden in Gebärdensprache geführt. Somit changiert der Film gekonnt zwischen roher Authentizität und artifizieller Stilisierung. Weiterlesen
Im Keller- Ulrich Seidl Zerrumpelt Herz Barbarians